Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat von den Vorwürfen über angebliche Tricksereien bei seinem Formel-1-Rennstall genug. «Uns wurde gesagt, dass das Verdichtungsverhältnis illegal sei, was völliger Blödsinn ist, absoluter Blödsinn», empörte sich Wolff am Rande der Testfahrten in Bahrain.
«Und jetzt kommt die nächste Geschichte, unser Kraftstoff sei illegal. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Vielleicht gibt es morgen etwas anderes, vielleicht, dass ich in den Epstein-Akten vorkomme», meinte Wolff weiter und bereute unter Gelächter auf der Pressekonferenz sofort die Aussage im Zusammenhang mit dem Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
16:1 oder 18:1?
Mercedes soll im Jahr der großen Regelrevolution angeblich einen Trick gefunden haben, über das sogenannte Verdichtungsverhältnis mehr Leistung aus dem Motor herauszuholen. Im Kern bedeutet das: Je höher die Verdichtung, desto effizienter verläuft die Verbrennung. Wolff sprach zuletzt davon, dass der Leistungsgewinn nicht wesentlich sei. Die Konkurrenz geht aber von einem deutlichen Plus an Power aus.
Das Mercedes-Aggregat soll die Verdichtung im Rennen auf 18:1 erhöhen, aber gleichzeitig die vom Motorsportweltverband Fia vorgegebene Grenze von 16:1 bei einem Test unter normalen Außentemperaturen einhalten können.
Die Motorenhersteller müssen abstimmen
Die von Mercedes vorab in die Technik eingeweihten Regelhüter haben nun auf Druck der anderen Motorenhersteller den Vorschlag gemacht, dass zur Sommerpause ab dem 1. August ein neues Messverfahren gelten soll. Das Verdichtungsverhältnis soll künftig nicht mehr nur bei normaler Umgebungstemperatur, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130°C gemessen werden.
Die Motorenhersteller Mercedes, Ferrari, Red Bull Powertrains, Honda und Audi sollen über den Vorschlag abstimmen. Das Ergebnis soll innerhalb der nächsten zehn Tage vorliegen – also rechtzeitig vor dem Auftaktrennen in Melbourne am 8. März. «So wie es jetzt gemacht wird, dass es bei Kälte und Hitze den Vorschriften entsprechen muss, verschafft es niemandem einen Vorteil», meinte Wolff und sprach von einer fairen Lösung.
